Mikrofilme

Welchen Einfluss haben Sprache und Text – mit ihrem jeweiligen kulturellen Hintergrund – auf das Verständnis von Bildern und Geschichten?

Dieses Projekt entwickelt und produziert Kurzfilme ohne Ton zur sprachlichen Synchronisation. Die Filme von rund 90 Sekunden Dauer bieten dann die Möglichkeit des gehirngerechten Sprachenlernens, sowie die Verbesserung des Sprachenverständnisses mittels Synchronisation. Sie zeigen aber auf anschauliche Art auch die Gefahren medialer Instrumentalisierung, Idealisierung und Manipulation auf.

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Schon die Entwicklung und Produktion der Mikrofilme war dabei multinational und multilingual angelegt: Bei einem trinationalen Workshop im November trafen sich Jugendlichen aus Deutschland, Polen und Tschechien, in Bogatynia (PL). Es gab keine Sprache, die alle Mitglieder des Ensembles beherrschen, so dass immer eine Form der Übersetzung notwendig war. Insgesamt wurden mehrere Arbeitssprachen am “Set” verwendet: Deutsch, Englisch und Polnisch. Die Teilnehmergruppe setzte sich zusammen aus Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 11 bis 23 Jahren. Da die meisten der Teilnehmer bereits seit vielen Jahren im trinationalen Jugendtheaterprojekt “Neissepiraten” im Dreiländereck, der Europa-Region Neisse-Nisa-Nysa, aktiv sind, beherrschten diese Jugendlichen bereits wichtige Techniken des Schauspiels, haben Kenntnisse über Dramaturgie und Theater in Theorie und Praxis und konnten über die Arbeit im Projekt hinweg zusätzliche interkulturelle Erfahrungen sammeln.

Die Erarbeitung der Inhalte für die Mikrofilme erfolgte in einem offenen Lernprozess: Auf der Basis vorhandener Beispiele aus Sprachlehrbüchern wurden Geschichten neu gefasst und weitere Thematiken angesprochen, die sonst nicht im Lehrbuch zu finden sind. Einfluss auf die inhaltliche Gestaltung der Filme wurde nicht genommen. Die Entwicklung der Szenen erfolgte über Theater-Improvisationstechniken: Die Teilnehmer suchten sich autonom Themen und gaben sich selbst kleine Aufgaben, zu denen sie kurze Szenen entwickelten. Außerdem wurde stark über assoziative Verfahren improvisiert: “Das naheliegende Tun” ist der Grundsatz dieser Methodik.

Das pädagogische Team, bestehend aus einem Regisseur und Theaterpädagogen, sowie einer pädagogischen Mitarbeiterin, einer Sprachexpertin und einem Kameramann, gaben nur den dramaturgischen und technischen Rahmen vor.

Die fertigen Mikrofilme werden an die Projektpartner und andere Einrichtungen verteilt. Diese können die Filme dann in den eigenen Landessprachen, auf Deutsch, Englisch oder in jeder weiteren denkbaren Sprache synchronisieren. Außerdem stehen die Mikrofilme im Internet zum Download zur Verfügung, so dass auch andere Interessenten Versuche der Vertonung unternehmen können und diese wieder der Öffentlichkeit im Internet zur Verfügung stellen.

Die Filme sind ferner so konzipiert, dass sie auch direkt im Unterricht als Unterrichtsmaterial verwendet werden können – um über die Inhalte zu sprechen, sich mögliche Vorgeschichten auszudenken oder die Geschichten „weiterzuspinnen“.

Am Ende des Projektes stehen dann verschiedene Sprachfassungen – und wir werden experimentell erfahren, wie sich der Sinn einer Geschichte durch Text und Synchronisation verändern kann. Ergänzend gibt es eine ausführliche Handreichung für Lehrkräfte und Medienpädagogen, die sowohl zur Gestaltung einzelner Unterrichtseinheiten, als auch kleinerer Projekte animiert.

Hier finden Sie eine kurze Dokumentation über den Workshop in Bogatynia (pdf)

Haben Sie Lust sich zu beteiligen?

Filme zu synchronisieren oder eigene Mikrofilme zu drehen?

Sind Sie Lehrkraft und möchten Mikrofilme und andere Materialien im Unterricht nutzen?

Wollen Sie ein didaktisches Konzept?

Dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf – die Projekte sind offen und kostenfrei nutzbar für Interessenten!

 

2 Gedanken zu “Mikrofilme

  1. Yes! You can find a little more information in this weblog (see: categories -> articles in English – and you will find the complete article in English language here soon)
    Already now the project is described in English on
    http://youngcivicradioen.wordpress.com/2008/10/20/micro-movies/

    Information in Hungarian, Romanian and Norwegian language will be found in the next months (sorry, we have no influence on that) through: http://www.ycr-e.eu

    If you have further questions now, we can make some short translation in Italian,French or Polish language. Don’t hesitate to ask!

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